Gespräche mit dem Unbekannten

Transformation der Materie - Band 4 - Kurzfassung

D. Brückner


Aus dem Inhalt:

Unser Mental


Unser Mental nimmt eine Sonderstellung ein. Unter Mental verstehen wir hier Funktionen unseres Gehirns. Sprechen wir zunächst über die Auswertung von Sinnesimpulsen. Das Mental - der Verstand - bewertet nach Maßstäben, die individuell verschieden sind, je nach dem Kulturkreis, in dem wir aufgewachsen sind, unserer Erziehung, unseren Erfahrungen usw. Diese Einflüsse haben unser Mental programmiert, um möglichst optimal unseren Körper durch das Leben zu steuern.

In einer Welt, die relativ konstant bleibt, erfüllt eine solche Programmierung sehr gut ihren Zweck. Denn der Verstand kann aus der Erfahrung der Vergangenheit Rückschlüsse ziehen für die Zukunft.

Das Mental extrapoliert. Unser logisches Denken ist letztendlich eine Extrapolation, eine Fortführung der Vergangenheit - und funktioniert, solange sich in der Außenwelt nichts Wesentliches verändert.

Die Probleme beginnen aber, wenn Änderungen eintreten, die neu für unser Mental sind, mit denen es nicht gerechnet hat, auf die es noch nicht programmiert ist. Kleine Änderungen, vor allem in jüngeren Jahren, werden anstandslos adaptiert. Anders aber, wenn pausenlos neue Eindrücke über uns hereinbrechen, wenn zu viele neue Informationen auf das Mental einströmen. Vor allem, wenn es mehr sind, als es verarbeiten kann. Dann greift es zur Selbsthilfe: Je nach Veranlagung weicht es aus.

Entweder wehrt es sich, die neuen Eindrücke zu verarbeiten. Das kann z.B. im Alter passieren, der Mensch bleibt dann stehen. Oder der Mensch flieht. In die Vergangenheit, in seine Traumwelt. Er bemüht sich also nicht mehr, Informationen auszuwerten, sondern lässt sie an sich vorbeiziehen. Andere Ausweichmöglichkeiten sind die Flucht in irreale Religiosität, in Alkohol, den Drogenrausch. Auch psychische Krankheiten, wie z.B. Depressionen, sind Anzeichen dafür.

Wir sprechen von neuen Geistigen Kräften. Was sie auch immer sind, auf alle Fälle bewirken sie Veränderungen, und zwar tiefgreifende und schnell voranschreitende Veränderungen. Unser Mental wird zunehmend Belastungen ausgesetzt. Hinzu kommt, dass es nicht nur Veränderungen sind, die schneller und schneller erfolgen, sondern dass Zusammenhänge nicht mehr überschaut werden können.

Dies ist besonders schwer zu akzeptieren, denn unser ganzes Leben bestand ja bisher darin, mit unserem Verstand alles um uns herum in den Griff zu bekommen und alles zu verstehen. Jetzt plötzlich sollen wir bewusst auf dieses Hilfsmittel verzichten. Wir sollen zustimmen, dass da etwas ist, was stärker als unser Mental ist!

Dies ist wohl die größte Herausforderung, der wir überhaupt auf dieser Stufe der Entwicklung begegnen. Unser Verstand tappt plötzlich ins Leere. Wir verlieren den Halt - und wir bekommen Angst. Unser Mental klammert sich verzweifelt an die alten Regeln und Vorurteile, weil dort die Welt noch in Ordnung war. Dort konnte es noch alles katalogisieren und einordnen. Doch jetzt kommt etwas Neues hinzu, was es nicht mehr begreifen kann.

Das bedeutet Angst. Die Angst, akzeptieren zu müssen, dass unser Mental nicht alles beherrscht. Das bedeutet eine Art Selbstzerstörung des Verstandes - und dagegen wehrt sich das Mental vehement.

Aber was tun dagegen?

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                              Wir müssen bereit sein, einen Teil unserer
                              Vorstellungen, unserer Selbst-Gerechtigkeit,
                              unserer scheinbaren Selbst-Sicherheit aufzugeben.
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Zuerst einmal: Nicht immer gleich Nein sagen oder, was dasselbe ist, Ja, aber... Warum denn immer gleich das Aber? Denn das ist der Rettungsanker des Mentals.

Dabei ist doch letztlich alles ganz einfach: Wir brauchen einfach nur lernen, zu akzeptieren. Aber dazu müssen wir bereits sein, einen Teil unserer Vorstellungen, unserer Selbst-Gerechtigkeit, unserer scheinbaren Selbst-Sicherheit aufzugeben.

Vor allem, wenn es darum geht, diese Erkenntnis in die Praxis umzusetzen. Denn weniger Selbstgerechtigkeit bedeutet Toleranz, bedeutet Anderes zu dulden, Anderes hereinzulassen, für Andere offen zu sein. Das bedeutet, zu lauschen und nicht immer gleich zu reden. Das bedeutet, erst einmal Ja, vielleicht ... zu sagen.

Und es bedeutet vor allem viel, viel Selbstbeobachtung, Abstand zu sich selbst. Es bedeutet zuerst: Verlernen!

Aber - und das ist so wichtig: Nicht draußen anfangen, sondern bei sich, im Innern! Dort in Frage stellen, dort kritisch sein!

Dann Stück für Stück mit den eigenen Gewohnheiten aufräumen: Alles ein bisschen anders machen. Die täglichen Gewohnheiten etwas ändern. Die Vergangenheit vergessen! Täglich ein neues Leben beginnen!

Der Geist unserer Zeit lässt überall Tabus fallen, macht überall Wege frei zu neuen Möglichkeiten des Lebens, zu neuen Möglichkeiten des Zusammenlebens, des Arbeitens, des schöpferischen Gestaltens, der Selbstverwirklichung.

Es hat keinen Zweck, immer wieder neu zu versuchen, das Alte zu kitten. Das Alte bricht doch auseinander - weil die Entwicklung in eine andere Richtung geht.

Der Geist unserer Zeit, die Neue Energie will:
  - Mehr intuitiv als mit dem Verstand erfassen,
  - mehr Einfachheit,
  - mehr Spontanität,
  - mehr Flexibilität,
  - mehr Demut,
  - mehr Bescheidenheit,
  - mehr Gelassenheit,
  - mehr Loslassen,
  - mehr mit den Zyklen leben,
  - und immer mehr Intuition, immer mehr Intuition...

Wir werden auch immer wieder feststellen, dass wir beim Gehen in diese neue Richtung auf Widersprüche stoßen, dass eine Aussage im Widerspruch zu einer anderen zu sein scheint.

Dann ist unser Mental glücklich: Endlich etwas, woran es sich wieder festhalten kann! Hier kann es endlich wieder diskutieren.

Aber so geht das nicht. Das bringt uns nicht weiter. Es geht nicht um das Diskutieren, um das Aus-Diskutieren, um das Recht-haben. Es geht überhaupt nicht um das Reden. Gerade hier kann man alles tot-reden. Das Diskutieren über diese Dinge ist eine Selbstbefriedigung unseres Verstandes, es ist ein Narkotisieren der zarten inneren Stimme. Es ist Zeitverschwendung!

Es geht nicht darum, dass unser Verstand scheinbar Widersprüche oder Ungereimtheiten oder anderes - was er im Moment nicht durchschaut - erklärt und analysiert. Es geht um die Entdeckung einer neuen Welt. Wenn auch anfangs manches paradox zu sein scheint.



Band 4 – Die Transformation der Materie

Kurzfassung

ISBN 3-88518-035-9
Preis: 9,00 €

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